Megavalanche 2016

Leider etwas verspätet, aber besser als nie: Mein Rennbericht von der diesjährigen Megavalanche in der Alpe d’Huez.
Da an der Megavalanche bis zu 2000 Fahrer(innen) teilnehmen können und man die ja nicht alle gleichzeitig auf die Strecke schicken kann, gibt es mehrere Qualifikations- und Rennläufe. Die Qualifikationsläufe (11 an der Zahl) finden am Freitag statt, die Rennläufe (7 Stück) dann jeweils am Samstag und Sonntag. Da die Strecken recht lang sind und die Qualifikationsstrecke nicht dieselbe wie die Rennstrecke ist entschieden wir uns dafür schon am Dienstag an zureisen um und so schon bequem vorbereiten zu können. So gings am Dienstag morgen früh zu dritt los und 5-6 Stunden später kamen wir auch in Alpe d’Huez an.

Training

So reichte es noch für zwei, drei Abfahrten, auch wenn das Wetter noch nicht ganz wie erhofft war. Teilweise leichter Regen und doch noch eher kalt, aber die Wetteraussichten versprachen Besserung.

Schon am Abend riss die Wolkendecke auf und die Sonne kam doch noch zum Vorschein.

Auch am nächsten Tag zeigte sich das Wetter von der besten Seite und wir nutzten die Gelegenheit gleich um ganz nach oben auf den Pic-Blanc zu fahren. Also los in die Bahn und noch ein mal umsteigen bevor wir auf 3300 Metern über Mehr die Gondel verliessen und den oberen Teil der Rennstrecke etwas ansehen konnten.

Dies ist der Start der Rennstrecke mit einem Massenstart von ca 300-400 Fahrern die alle Gleichzeit los möchten. Wir waren da mal froh, noch im Training zu sein, denn in der Piste gab es schon ordentliche Spurten und an ein schnelles Fahren war nicht zu denken.

Weiter unten kamen hatten wir dann endlich wieder festen Boden unter den Reifen, zwar mit einigen kleinen Schneefeldern gespickt aber im Gegensatz zu vergangenen Jahren waren es recht wenige. Dafür natürlich alles loses Geröll wo man gut auf die Linie achten sollte um keinen Platten einzufangen.

Weiter unten wird der Trail dann immer flowiger, führt etwas oberhalb von Alpe d’Huez durch und dann runter nach Allemont. Diesen Teil sollte man aber auch nicht unterschätzen, zum einen hat es noch einige steile Stellen im Wald und man ist auch noch einige Zeit unterwegs.

Mit der Bahn gings dann hoch zum Dôme des Rousses, wo der Start der Qualifikationsstrecke ist.

Oben lag noch immer etwas Schnee, der Startbereich war aber schon gut geräumt, nur etwas weiter unten gab es noch einige Schneefelder auf der Strecke.

Auf der Strecke gab es aber noch einige Änderungen zu den vergangenen Jahren welche mir teils etwas besser, teils etwas schlechter gefielen. Schade war zum Beispiel, dass das Ziel diesmal in Alpe d’Huez und nicht unten in Huez war, wodurch ein schöner flowiger Singletrail weg viel.

So kamen dann doch einige Tiefenmeter zusammen und wir gingen den Rest des Tages dann auch noch locker an.

Der Donnerstag war dann der Tag vor der Qualifikation, da wollten wir auch nicht mehr zu viel machen, fuhren aber die Quali-Strecke, bzw Teile davon noch einige Male bevor wir es uns am Nachmittag gemütlich machten und die Bikes noch fertig für das Rennen machten.

Qualifikation

Am Freitag gings dann erstmal um die Wurst, die Qualifikation stand vor der Tür. Es starten jeweils maximal 150 Fahrer in einem Block, also Nummer 1-150 im ersten, 151-300 im zweiten usw. Ich habe die Nummer 1703 gefasst und war somit der 103te Fahrer im neunten Startblock, also nicht gerade in der Pole-Position.
Um zum Start zu kommen war erst ein kleiner Transfer nötig und danach noch viel Geduld an der Warteschlange für die Bahn. Obwohl ich richtig früh war, wurde es am Schluss doch noch etwas eng für den Start.

Kurz nach 12 Uhr viel dann (nach dem üblichen Einheizen mit Alarma) auch der Startschuss. Beim Start bin ich leider nicht übermässig gut weg gekommen, habe aber auch nicht viel verloren und konnte dann meine Aufholjagd starten, auch wenn es mit den vielen Singletrails schwierig ist zu überholen.

Megavalanche 2016 - Quali
Megavalanche 2016 – Quali

So bin ich schlussendlich nach 23:55 Minuten auf dem 38ten Platz ins Ziel gekommen, zwar ziemlich fertig aber glücklich es geschafft zu haben.
Die Einteilung der Rennen funktioniert an der Mega über die Platzierung mit mit dem 38sten Platz bin ich so genau in die erste Reihe des Challenger Rennens (der zweit-schnellsten gefahren).

Für den Rest des Nachmittags war dann nur noch Bike- und Körperpflege angesagt.

Rennen

Das Challenger-Rennen findet jeweils am Samstag-Morgen statt, gleich nach den E-Bikes und den Damen. Da ich ja wusste, dass ich aus der ersten Reihe auf einem Gletsch und mit gut 300 Fahrern hinter mir starten muss war ich auch ordentlich nervös und habe nicht sonderlich gut geschlafen. Dazu kam noch, dass ich um 6 Uhr bei der Bahn nach oben sein musste, also hiess es kurz nach 5 Uhr aufstehe, anziehen und Frühstücken. Danach mit der Bahn ganz nach oben und nervös warten bis es endlich mal los geht. Immerhin war die Aussicht ganz gut, aber die Piste sah spiegelglatt aus.

Rennen

Irgendwann wurden die Namen dann mal aufgerufen und wir konnten einstehen bzw die Bikes bereit legen, denn vor uns starteten noch die E-Bikes (09:00) und die Damen (09:15). Vor unserem Start um 09:30 war ich dann ordentlich nervös, vor mir ein steiler Abhang mit Schnee, hinter mir eine Horde Biker, von denen jeder wohl vor mir unten sein möchte.

Rennen

Der Startschuss fiel dann pünktlich um 09:30 und schon wenige Sekunden später lagen schon alle auf dem Boden. Der Schnee war recht aufgeweicht und hatte von den E-Bikes und Damen auch ordentliche Spuren drin, wodurch (fast) jeder zum Fall kam. Ich habe mich leider mit anderern Fahrern verheddert und habe dadurch recht viele Plätze verloren. Um so glücklicher war ich, als ich wieder festen Boden unter den Reifen hatte und guten fahren konnte. Danach konnte ich immer wieder andere Fahrer überholen und es ist mir recht gut gelaufen. Durch die vielen Singletrails steckte ich natürlich auch etwas im Stau.

Megavalanche 2016 - Race
Megavalanche 2016 – Race

Nach einer Stunde und 39 Sekunden bin ich dann endlich ziemlich erschöpft unten im Ziel angekommen und war recht erstaunt, als die Tafel da den Platz 20 angegeben hatte, das hätte ich nicht erwartet. Vor allem ist es im Chaos ganz am Anfang sowieso schwierig den Überblick zu behalten, aber offenbar habe ich unten recht viele Plätze wieder gut machen können. Für mich ist das natürlich ein absolut geniales Ergebnis mit welchem ich sehr zufrieden bin.

Alles in allem war die Megavalanche dieses Jahr ein super schönes Rennen. Das Wetter hat bestens mitgespielt, das Bike hat keine Probleme und das Fahren hat auch immer Spass gemacht.
Vielen Dank an dieser Stelle an alle dies das Möglich gemacht haben, Stuffi und Börgi für die Organisation und die Begleitung, Transalpes für das super Bike und an Local Outerwear für die schönen Kleider.

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